Wenn.

Ich würde, könnte ich nur, unter Deine Haut kriechen, durch einen glatten, sauberen Schnitt unter Deine so weiche Haut, wo kaum Raum für mich ist, sodass ich um meinen Weg kämpfen muss, mich zwischen Muskeln und Knochen und Organen entlangwinden, in der Wärme Deines Blutes mich drängen und pressen, tiefer in dunkelrote Enge, bis ich meinen Platz gefunden habe, in Deinem Brustkorb etwa, und dort werde ich mich zusammenrollen, werde lauschen, wie mächtig Dein Puls durch Deinen Körper rollt, um mich herum, über mich hinweg; ich werde die Hand auf den neben mir riesig zuckenden Muskel Deines Herzens legen, es arbeiten fühlen, stark und schwer, und nie werde ich Deine Wärme so unmittelbar gespürt haben wie hier, wie jetzt, wo sie noch nicht Deine Haut erreicht, Deinen Körper verlassen hat, wo sie heiß und nah in allem ist, was mich umgibt – ich werde dort sein und ganz still halten, lauschen und über Deinem Herzschlag gelegentlich Deine Stimme hören, erschütternd gewaltig nun, aber ich werde nicht fragen, mit wem Du sprichst, denn der Platz an Deinem Herzen kann nun niemandem mehr als mir gehören: ich liege dort und halte Wache, ruhig und unerbittlich, tausend Hunde aus der Hölle habe ich mitgebracht, um jeden zu töten, der sich auch nur in die Nähe wagt: tausend Hunde aus meiner Hölle in Deinem Körper, Deinen Adern, Dein Blut trinken sie und fliegen auf Deinem Atem. Nicht fühlen wirst Du sie und nicht begreifen, was geschehen ist; aber ich werde dort sein und auf ewig bleiben, langsam einwachsen in Dein Gewebe, das an meiner Haut leckt, bis es mein Blut gefunden hat und es in Deines rinnen lässt. Still werde ich sein – aber tausend Hunde aus der Hölle kreisen noch immer durch Dein Blut, und wagst Du, mich zu vergessen, tief im Dunkel Deiner Brust, so werde ich ihnen befehlen und sie werden gehorchen, und Du wirst zugrunde gehen in ihren weißen Zähnen. Bis es aber soweit ist, ruhe ich hier, in Dir, vor allem verborgen unter Deiner makellosen Haut.

28.2.13 20:40


Are we human, or are we dancer?

Ich liebe das Lied mit dem kleinen belanglosen Sänger, der in einem dummen Video noch belangloser aussieht; aber wenn ich ihn diese Zeile singen höre, möcht ich fliegen oder radfahren oder weinen, je nachdem. Wenn du mich verlässt, werd ich dich umbringen: Ich wüsste nicht, wie ich ansonsten wieder zurecht kommen sollte, außerdem sollten wir beide wissen, dass diese Rechnung noch offen ist und du verdammt hohe Schulden machst, wenn du dich zu früh aus dieser Geschichte rauswindest. You're gorgeous.
12.3.12 22:53


Jetzt bist du Geschichte und weigerst dich dagegen, und die Wahrheit ist, dass ich dich gerade vermisse, weil du mir immerhin zuhören könntest, aber so - bin da nur ich, und der Druck, und der Wunsch, bis zur Erschöpfung zu weinen... nicht deinetwegen, meinetwegen.

 Gestern noch war alles ganz anders, alles gut und ich glücklich, aber in Wahrheit will ich nicht darüber nachdenken, wie es mir gerade geht und wie es mir ginge, wenn man nur eine oder zwei Variable ersetzen oder vertauschen würde, das Gleichgewicht um ein Winziges verschieben, dann käme alles ins Rutschen, würde eine Schuttlawine über mich herfallen, weil mein Glück nur ein schmaler Grat über den Abgründen ist, in denen nie besiegte Kreaturen lauern.

4.2.12 21:49


Wie seltsam es wäre, wenn von aller Musik in vielen Jahren nur Cat Stevens übrig wäre, denkt sie und fühlt die Sonne auf der rechten Schulter, dann drängt Musik sie zur Eile, denn es ist Zeit zu gehen: Livemusik an einem Sommerabend wie diesem, was könnte besser sein? Alles ist wieder gut, das Wetter, das Leben und das Abendessen.
2.7.11 19:32


Always crashing in the same car

"So come on, PLEASE now: talk to me! Tell me things I could find helpful - how can I stop now?" Das ist nicht geistreich, aber passend, weil ich nicht weiß, wie ich mein Leben jemals leben soll, wenn ich mich andauernd selbst an die Wand fahre. Große Pläne können gar nicht funktionieren, wenn die kleinsten Schritte dorthin unaussprechliche Schrecken sind, denen man gelähmt vor Furcht in die Augen starrt, die man nach Jahren und Jahren immer noch nicht bezwungen hat, die nach jedem Sieg genauso stark, genauso groß, genauso grauenhaft wieder auferstehen, von Neuem die Zähne fletschen, und das so oft, bis man aufgibt, es gar nicht mehr versucht, das eigene Heil nur noch in der Flucht sucht, die dabei in eine Ödnis führt, die heilloser gar nicht sein könnte. Da bin ich jetzt. Was mach ich da? Ich schreibe Ansichtskarten.
30.6.11 17:09


You go to my head

Ich träume alles mit dir, die Welt, das Leben, Tage an einem Meer, das so blau ist, dass die Wellen meine Tanzschritte tragen.
16.6.11 20:22


Je craque

"Oh no love, you're not alone... Just gimme your hands 'cause you're wonderful", singt David Bowie, und wirklich alles, was ich jetzt will, ist, dass mir das jemand sagt, dass er ein "alles wird gut" hinzufügt oder "du schaffst das schon" oder "es wird auch wieder anders", irgendetwas, das ich in dem Moment glauben könnte; weil ich nicht sicher bin, ob ich noch an irgendetwas außer Erschöpfung glaube, außer fixen Terminen, dem Blick auf die Uhr, dem Gefühl, es hört nie auf -

aber hört es auf? Ist irgendwann im Leben eine Zeit, in der Stille ist? In der man leisten kann, was nötig ist, ohne daran zu zerbrechen, wird es Tage geben, viele Tage, an denen man ankommt und frei ist und Bücher lesen kann zwischen all dem Toten, Gemussten? Gibt es eine Zeit, in der man wieder weiß, wer man ist, eine, in der man nicht mehr zwischen "ich kann nicht" und "ich muss" hin- und herstolpert, eine, in der Bücher lesen und Rad fahren etwas sind, das nicht zum Leben einer völlig anderen Person gehört, weil es im eigenen keinen Platz hat? Kommt die Zeit, in der man sich umblickt, ohne überall Aufgeschobenes zu sehen, werd ich irgendwann wieder Atem holen können, werd ich überhaupt heil aus dem hier herauskommen, weil ich wirklich nicht mehr daran glaube.

9.6.11 17:19


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